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  • Der heutige Küstenraum mit seinen Landschaftselementen, den Inseln, Watten und Marschen, ist geologisch betrachtet ein sehr junges Gebilde, das erst in den letzten 8500 Jahren unter dem Einfluss eines Meeresspiegel-Anstieges um ca. 25 m entstanden ist. Die ursprünglich vorhandene, im Eiszeitalter ausgeformte Geestlandschaft wurde dabei überflutet, teilweise umgestaltet und in unterschiedlicher Mächtigkeit von holozänen Küstenablagerungen überdeckt. Überwiegend handelt es sich dabei um tonig-schluffige, teilweise auch sandige Watt- und Brackwassersedimente, die vom Meer und von Flüssen in den Küstenraum eingefrachtet bzw. um Torfe, die in Küstenmooren akkumuliert worden sind. Im Bereich der Inseln wird dieser maximal 35 m mächtige Sedimentkörper stellen- weise von Dünen überlagert, die bis zu 25 m Höhe erreichen. Die Geologische Küstenkarte von Niedersachsen 1 : 25 000 stellt die holozänen Landschaftsformen und Küstenablagerungen in zwei Karten zu folgenden Themen dar: - Relief der Holozänbasis - Profiltypen des Küstenholozäns. Das Relief der Holozänbasis wird in Form eines auf NN bezogenen Tiefenlinienplanes abgebildet, wobei die einzelnen Isolinien Tiefenstufen von 1 m kennzeichnen, Flächenfarben dagegen Tiefenbereiche von jeweils 2 m zusammenfassen. Kartenausschnitte, für die keine Aussagen zum Relief der Holozänbasis getroffen werden können, sind durch hellblaue Flächenfarbe gekennzeichnet. Sofern ein Kartenblatt Geestgebiete umfasst, werden diese ohne Flächenfarbe dargestellt. In weiten Teilen des Küstenraumes entspricht die Holozänbasis-Fläche der ehemaligen, im Eiszeitalter ausgeformten Landoberfläche. Stellenweise wurde dieses ursprüngliche Relief jedoch bei der holozänen Meeresüberflutung und den damit einhergehenden Erosionsprozessen überprägt. Exponiert gelegene Teile der ursprünglichen Geestlandschaft wurden unter Einwirkung von Seegang und Brandung flächenhaft abgetragen, ehemalige Talsysteme durch Gezeitenströmungen erweitert, vertieft und z.T. in weit landeinwärts reichende Erosionsrinnen umgestaltet. Mit fortschreitendem Meeresspiegel- Anstieg wurden die ursprünglichen Landschaftsformen sowie die im Holozän umgestalteten Gebiete gleichermaßen durch junge Küstenablagerungen überdeckt. Aufgrund dieser Gegebenheiten bildet die Holozänbasis-Fläche eine geotechnisch bedeutsame Grenzfläche zwischen tragfähigen eiszeitlichen Moränen-, Schmelzwasser- und Flußablagerungen im Liegenden und setzungsfähigen holozänen Weich- bzw. Lockerablagerungen im Hangenden.

  • Die Auswertung Beregnungswirksamer mittlerer kapillarer Aufstieg auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) beschreibt die mittlere jährliche Menge (in mm) an kapillar aus dem Grundwasser aufsteigendem Wasser an Ackerstandorten mit Beregnung. Der Kennwert dient ausschließlich der Bestimmung des mittleren potenziellen Zusatzwasserbedarfs (mZWpot). Der Kennwert wird auf Basis der BK50 für alle Ackerböden im Maßstab 1:50.000 für Niedersachsen bereitgestellt.

  • Die Auswertung Luftkapazität - Summen für Bezugstiefen auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) beschreibt das Volumen des Porenraumes (in Vol.-%), das nach Aufsättigung des Bodens mit Wasser nach 2–3 Tagen wieder lufterfüllt ist. Demnach beschreibt sie das luftgefüllte Porenvolumen des Bodens bei Feldkapazität (FK). Die Luftkapazität (LK) entspricht in etwa dem Volumen der Grobporen im Boden und stellt damit ein Maß für die Versorgung der Wurzeln mit Sauerstoff dar. Als Grenze zwischen LK und FK werden die bodenartabhängigen Feuchteäquivalente genutzt. Der Kennwert ist abhängig von der Bodenart, dem Skelett- und Humusgehalt sowie von der Lagerungsdichte bzw. dem Substanzvolumen (bei organischen Horizonten). Der Kennwert entspricht der Summe der LK für unterschiedliche Bezugstiefen der Leitprofile der BK50 und liegt landesweit vor. Der Kennwert kann zur Bewertung der Luftversorgung der Böden, zur Einschätzung des Wasserrückhalts und als Eingangsgröße für Modelle genutzt werden.

  • Die Auswertung Topographiefaktor der ABAG für die Flächen der BK50 - LS-FAKTOR auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) bewertet den Einfluss des Reliefs auf die Erosionsgefährdung durch Wasser. Der LS-Faktor ist das Produkt aus dem L-Faktor (Hanglängenfaktor) und dem S-Faktor (Hangneigungsfaktor). Der L-Faktor wird dabei mit dem Wert 2 belegt und der S-Faktor aus dem bereinigten digitalen Geländemodell (sDGM5) abgeleitet. Die Auswertung kann für die landwirtschaftliche Beratung eingesetzt werden.

  • Die Auswertung Luftkapazität (LK) auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) beschreibt das Volumen des Porenraumes (in Vol.-%), das nach Aufsättigung des Bodens mit Wasser nach 2 - 3 Tagen wieder lufterfüllt ist. Demnach beschreibt sie das luftgefüllte Porenvolumen des Bodens bei Feldkapazität (FK). Die Luftkapazität entspricht in etwa dem Volumen der Grobporen im Boden. Als Grenze zwischen LK und FK werden die bodenartabhängigen Feuchteäquivalente genutzt. Die LK stellt damit ein Maß für die Versorgung der Wurzeln mit Sauerstoff dar. Der Kennwert ist abhängig von der Bodenart, dem Skelett- und Humusgehalt sowie von der Lagerungsdichte bzw. dem Substanzvolumen (bei organischen Horizonten). Die Auswertung erfolgt landesweit für die einzelnen Horizonte der Leitprofile der BK50. Der Kennwert kann zur Bewertung der Luftversorgung der Böden oder des Wasserrückhalts und als Eingangsgröße für Modelle genutzt werden.

  • Die natürliche Grundwasserbeschaffenheit ist maßgeblich durch die Wechselwirkung zwischen Grundwasser und der durchströmten Gesteinsmatrix geprägt. In Deutschland sind die Grundwässer jedoch durch anthropogene Handlungen wie z.B. Ackerbau, Rodung und Maßnahmen zur Grundwasserentnahme ubiquitär überprägt. Einflüsse einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft können dennoch als natürlich betrachtet werden (Funkel et al. 2004). Zur Erfüllung der Aufgaben aus der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) wurden für die hydrogeologischen Teilräume Niedersachsens (Elbracht et al., 2016) Hintergrundwerte u.a. für elek. Leitfähigkeit im Grundwasser ermittelt. Die Hintergrundwerte von elek. Leitfähigkeit umfassen die Messwerte, welche sich unter natürlichen Bedingungen durch den Kontakt des Grundwassers mit der umgebenden Gesteinsmatrix des Grundwasserleiters sowie in Kontakt mit einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft einstellen. Die Karte zeigt farblich differenziert Klassen der Hintergrundwerte für elek. Leitfähigkeit der hydrogeologischen Teilräume Niedersachsens. Für die elektrische Leitfähigkeit im Grundwasser gibt es aktuell keine Grenz-, Prüf- oder Richtwerte. Durch das Auswählen eines Teilraumes gelangt man zu weiterführenden Informationen (z.B. Probenanzahl, zusammengefasste Teilräume, etc.). Informationen zu den Daten: Die genutzten Grundwasseranalysen stammen aus der Datenbank des Niedersächsischen Bodeninformationssystems (NIBIS). Hintergrundwerte sind definiert als das 90.-Perzentil der Normalpopulation der geogenen Konzentration des analysierten Parameters. Zur Bestimmung der Hintergrundwerte wurde die jeweils aktuellste Analyse einer Grundwassermessstelle verwendet. Bei zu geringer Probenzahl (n < 10) wurden, soweit möglich, lithologisch ähnliche Teilräume zu einem gemeinsamen Hintergrundwert zusammengefasst. Die Ermittlung der Hintergrundwerte folgte dem Verfahren zur statistischen Auswertung der Daten mittels Wahrscheinlichkeitsnetz der Staatlichen Geologischen Dienste (Wagner et al., 2011). Quellen: ELBRACHT, J., MEYER, R. & REUTTER, E. (2016): Hydrogeologische Räume und Teilräume in Niedersachsen. – GeoBerichte 3, LBEG, Hannover. DOI: 10.48476/geober_3_2016. Funkel R., Voigt H.-J., Wendland F., Hannappel S. (2004): Die natürliche ubiquitär überprägte Grundwasserbeschaffenheit in Deutschland, Forschungszentrum Jülich GmbH (47), ISBN: 3-89336-353-X. WAGNER, B., WALTER, T., HIMMELSBACH, T., CLOS, P., BEER, A., BUDZIAK, D., DREHER, T., FRITSCHE, H.-G., HÜBSCHMANN, M., MARCZINEK, S., PETERS, A., POESER, H., SCHUSTER, H., STEINEL, A., WAGNER, F. & WIRSING, G. (2011): Hydrogeochemische Hintergrundwerte der Grundwässer Deutschlands als Web Map Service. – Grundwasser 16(3): 155-162; Springer, Berlin / Heidelberg.

  • Die Auswertung Effektive Wasserbilanz in der Hauptvegetationsperiode auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) zeigt das Wasserdargebot für Pflanzen im Zeitraum Mai – August an. Der Kennwert wurde im Rahmen des Müncheberger Soil Quality Ratings entwickelt und für Bodenkarten operationalisiert (DWA-M 920-4, 2018). Die Methode verrechnet für die Hauptvegetationsperiode (Mai bis August) die Parameter Niederschlag, den kapillaren Aufstieg aus dem Grundwasser und die nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum mit der potenziellen Verdunstung. Die Ableitung erfolgt flächendeckend für Niedersachsen unter Verwendung von Niederschlagdaten (REGNIE) und Verdunstungsdaten (VPGFAO) des DWD für den Zeitraum 1991 – 2020 im Maßstab 1:50.000. Das tatsächliche Wasserdargebot am Standort kann aufgrund des Maßstabes, unterschiedlicher Anbaukulturen und etwaiger Zusatzwassergaben von den modellierten Daten abweichen.

  • Die Übersichtskarte zeigt die Verbreitung Oberen Exter-Formation (Rhät, Oberer Keuper, „Contorta-Schichten“) in Niedersachsen und stellt insbesondere explorationsrelevante Sandsteine und deren Eigenschaften dar. Als explorationsrelevant werden hier regional zusammenhängende Sandsteine mit einer Mächtigkeit von mindestens fünf Metern bezeichnet. Für diese Einheiten kann ein Potenzial als geothermisch nutzbare Aquifere vermutet werden, das jedoch standortbezogen im Einzelfall nachzuweisen ist. Explorationsrelevante Sandsteine der Oberen Exter-Formation sind im Bereich der Elbmündung und im nordöstlichen bis südöstlichen Teil von Niedersachsen zu finden. Hier finden sich die Ablagerungen eines flussdominierten Systems wieder, welches sowohl aus Skandinavien sowie vermutlich aus dem heutigen Mitteldeutschland kommend, in das ehemalige Rhät-Meer mündete. Die Sandsteine der Deltaebene sind als amalgamierte Sandsteine („Verteilerrinnen“) zwischen Silt- und Tonsteinen und geringmächtigen Sandsteinen eingelagert. In der vorgelagerten Deltafront finden sich vorwiegend Tonsteine und heterolithische Wechellagerungen in den lokal Fein- bis Mittelsandsteine („Barren“) zu finden sind. Tonsteine, Siltsteine und lokal geringmächtige Feinsandsteine aus dem Offshore-Bereich werden zusammengefasst dargestellt. Porosität, Permeabilität und Transmissibilität der Lithologien wurden bei der Kartierung nicht berücksichtigt, sind jedoch – soweit verfügbar – als bohrungsbezogene Parameter angegeben. Die Abgrenzung der kartierten Einheiten beruht auf vorhandener Literatur und der Bewertung und Interpretation ausgewählter geowissenschaftlicher Daten, die am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) vorliegen.

  • Die Auswertung Potenzielle Kationenaustauschkapazität von Horizonten auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) bewertet die potenzielle Fähigkeit von Böden Kationen zu speichern und wieder abzugeben. Die Oberflächen der meist negativ geladenen Bodenpartikel wirken als Bindungsplätze für positiv geladene Kationen, welche über die Bodenlösung in den Boden gelangen. Die Kennwerte der vorliegenden Auswertung berücksichtigen Bodenart und Humusgehalt der Bodenhorizonte (nicht aber den pH-Wert). Die potentielle Kaktionenaustauschkapazität stellt dabei das in der Theorie pH-unabhängige, maximal mögliche Speicherpotential eines Bodens für Kationen dar. Die potenzielle KAK des Mineralkörpers ist weitgehend identisch mit dessen effektiver KAK, während die effektive KAK des Humuskörpers jedoch stark pH-abhängig ist. Die Einstufung erfolgt für die Leitprofile der BK50 in 6 Stufen. Die Auswertung kann zur Bewertung der Standortqualität genutzt werden.

  • Das Wasserversorgungskonzept Niedersachsen dient dem übergeordneten Ziel der langfristigen Sicherstellung der niedersächsischen Wasserversorgung, insbesondere der öffentlichen Wasserversorgung als ein maßgeblicher Baustein der Daseinsvorsorge. Die Wasserversorgung muss entsprechend der aktuellen und regionalen Herausforderungen und unter der Maßgabe einer nachhaltigen Grundwasserbewirtschaftung weiterentwickelt werden. Hierzu ist es sowohl für Politik und Wasserbehörden als auch für die Nutzer der Ressource notwendig, Handlungsbedarfe frühzeitig erkennen zu können, um im Weiteren rechtzeitig notwendige Maßnahmen für eine langfristige Sicherstellung der niedersächsischen Wasserversorgung zu ergreifen. Das Wasserversorgungskonzept Niedersachsen stellt einen hierfür erforderlichen landesweiten Informationsrahmen dar. Als Fachkonzeption dient es Wassernutzern, Zulassungsbehörden und dem Land für die Wasserbewirtschaftung und der Öffentlichkeit als transparente und in die Zukunft gerichtete Informations- und Planungsgrundlage. Vorgaben für Einzelverfahren sind ausdrücklich nicht das Ziel. Im Rahmen des Wasserversorgungskonzeptes erfolgt eine Bilanzierung des derzeitigen Standes (Bezugsjahr 2015) sowie der mittel- und langfristigen Entwicklungen der niedersächsischen Wasserversorgung. Hierbei werden das Grundwasserdargebot für mittlere und trockene Verhältnisse und die Wasserbedarfe der maßgeblichen Grundwassernutzer einander zu verschiedenen Zeitpunkten (2015, 2030, 2050 und 2100) gegenübergestellt. Die Methodik des Wasserversorgungskonzeptes Niedersachsen wurde rasterbasiert durchgeführt. Dafür wurde ein 500 x 500 m Raster erstellt, welches sich über ganz Niedersachsen und Bremen erstreckt. Landesweite Datengrundlagen, die der Planung der aktuellen und zukünftigen Bewirtschaftung des Grundwassers dienen, wurden auf das Raster übertragen. Diese bildeten die Grundlage der durchgeführten Berechnungen, Bewertungen und abschließenden Darstellungen. In der Karte ist der Nutzungsdruck für den IST-Zustand bei mittleren Verhältnissen für Grundwasserkörper dargestellt.