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  • Die Einzugsgebietsgröße (Flow Accumulation oder Catchment area) beschreibt für jede Rasterzelle die Summe, der reliefbedingt potenziell Wasser zuführenden Fläche (oberirdisches Einzugsgebiet) in Hektar. Die Berechnung der Abflusswege erfolgt unter Verwendung des Multiple-Flow-Direction-Algorithmus nach FREEMAN (1991). Neben der Funktion als Eingangsparameter für weitere Reliefauswertungen ist die Einzugsgebietsgröße für die Segmentierung potenzieller regionaler und lokaler Sedimentumlagerungsprozesse von Bedeutung. So stellt die Einzugsgebietsgröße eine Möglichkeit dar, Ablagerungen eher fluvial geprägter Täler (z. B. Auen) von kolluvialen (Abschwemmmassen) zu trennen. In der hier vorliegenden Darstellung sind Einzugsgebiete erst ab einer Mindestgröße von = 40 ha abgebildet (Tiefenlinien). FREEMAN, T.G. (1991): Calculating catchment area with divergent flow based on a regular grid. -Computers and Geoscience, Bd. 17, 3: 413-422. Böhner, J. & Selige, T. (2006): Spatial Prediction of Soil Attributes Using Terrain Analysis and Climate Regionalisation. In: Boehner, J., McCloy, K.R., Strobl, J.: 'SAGA - Analysis and Modelling Applications', Goettinger Geographische Abhandlungen, Vol.115, p.13-27.

  • Der Reliefklassifikationsindex (Terrain Classification Index for Lowlands, TCIlow) ist ein dimensionsloser auf 0-2 normierter Index, der auf Grundlage des Reliefparameters Höhe über Tiefenlinie und dem Bodenfeuchte-Index abgeleitet wird. Er überhöht lokal geringste Höhendifferenzen, insbesondere in Tiefenbereichen und stellt eine Fülle von Reliefdetails heraus. Auch bei wenig ausgeprägten Reliefunterschieden innerhalb von Tieflagen werden hierin befindliche Gerinne und flache Senken erkennbar. Der TCILow ist im Tiefland einerseits sehr gut für die Segmentierung der Landschaft (z.B. flache und kuppige Geestplatten, Urstromtäler, Flugsanddecken und- Dühnen, flach liegende Marschen), andererseits für die Differenzierung lokaler Höhenunterschiede und relative Lage zum Grundwasser (z.B. Abgrenzung äolische/fluviatile Sedimente und Talungen, Abtorfungs- und Eschkanten) geeignet. Im stärker reliefierten Bergland hingegen ist die Ausprägung des Index weniger differenziert und daher weniger gut für Auswertungen verwendbar. BOCK, M., BÖHNER, J., CONRAD, O., KÖTHE, R. & RINGELER, A. (2007): Methods for creating Functional Soil Databases and applying Digital Soil Mapping with SAGA GIS. Scilands GmbH (2009): Kurzdokumentation morphometrischer Reliefparameter – Erstellt im Auftrag des LBEG; Göttingen [Unveröff.].

  • Der dimensionslose Bodenfeuchte-Index (BFI) wird aus dem komplexen Reliefparameter Einzugsgebietsgröße und dem lokalen Reliefparameter Hangneigung abgeleitet und gibt reliefbedingte, potentielle Feuchteverhältnisse des Bodens wieder. Dabei beschreibt die Einzugsgebietsgröße an jeder Rasterzelle die potenziell reliefbedingt zur Verfügung stehende Wassermenge, während die Hangneigung das Potenzial der Fließgeschwindigkeit zum Weitertransport und der Verweildauer bestimmt. Weitere Details zum Verfahren finden sich bei BÖHNER & KÖTHE (2003). Für eine verbesserte räumliche Differenzierung wurde der BFI dahingehend modifiziert, dass die Hangneigung mit dem Faktor 2 (Standard: 1) gewichtet wurde. Hierdurch gelingt es, insbesondere in Niedersachsen weit verbreitete tief liegende, gering geneigte, grundwassernahe Gebiete deutlich differenzierter hervortreten zu lassen, während stärker geneigte Bereiche wie etwa im Bergland in der Ausprägung dagegen einheitlicher erscheinen. Der Bodenfeuchte-Index ist damit insbesondere im Tiefland gut für die räumliche Ausschärfung von Niederungsbereichen und die Erstellung bodenkundlicher Konzeptkarten geeignet. Böhner, J. & Köthe, R. (2003): Bodenregionalisierung und Prozessmodellierung: Instrumente für den Bodenschutz. – Peterm. Geogr. Mitt., 147, 2003/3: 72-82; Gotha. Böhner, J. & Selige, T. (2006): Spatial Prediction of Soil Attributes Using Terrain Analysis and Climate Regionalisation. In: Boehner, J., McCloy, K.R., Strobl, J. (2006): 'SAGA - Analysis and Modelling Applications', Goettinger Geographische Abhandlungen, Vol.115, p.13-27.

  • Der dimensionslose Bodenfeuchte-Index (BFI) wird aus dem komplexen Reliefparameter Einzugsgebietsgröße und dem lokalen Reliefparameter Hangneigung abgeleitet und gibt reliefbedingte, potentielle Feuchteverhältnisse des Bodens wieder. Dabei beschreibt die Einzugsgebietsgröße an jeder Rasterzelle die potenziell reliefbedingt zur Verfügung stehende Wassermenge, während die Hangneigung das Potenzial der Fließgeschwindigkeit zum Weitertransport und der Verweildauer bestimmt. Weitere Details zum Verfahren finden sich bei BÖHNER & KÖTHE (2003). Für eine verbesserte räumliche Differenzierung wurde der BFI dahingehend modifiziert, dass die Hangneigung mit dem Faktor 2 (Standard: 1) gewichtet wurde. Hierdurch gelingt es, insbesondere in Niedersachsen weit verbreitete tief liegende, gering geneigte, grundwassernahe Gebiete deutlich differenzierter hervortreten zu lassen, während stärker geneigte Bereiche wie etwa im Bergland in der Ausprägung dagegen einheitlicher erscheinen. Der Bodenfeuchte-Index ist damit insbesondere im Tiefland gut für die räumliche Ausschärfung von Niederungsbereichen und die Erstellung bodenkundlicher Konzeptkarten geeignet. Böhner, J. & Köthe, R. (2003): Bodenregionalisierung und Prozessmodellierung: Instrumente für den Bodenschutz. – Peterm. Geogr. Mitt., 147, 2003/3: 72-82; Gotha. Böhner, J. & Selige, T. (2006): Spatial Prediction of Soil Attributes Using Terrain Analysis and Climate Regionalisation. In: Boehner, J., McCloy, K.R., Strobl, J. (2006): 'SAGA - Analysis and Modelling Applications', Goettinger Geographische Abhandlungen, Vol.115, p.13-27.

  • Der potenzielle topographische Strahlungsgenuss gibt die Energiemenge in KWh/m² an, die in einem Jahr direkt auf die Erdoberfläche trifft. Dabei sind direkte und diffuse Strahlung summiert, Streuungen durch Bewölkung oder andere Wetterphänomene werden nicht berücksichtigt. Der Reliefparameter geht damit über die häufig verwendeten Klassifikationen wie Exposition, Sonn- oder Schatthang hinaus. Der potentielle topografische Strahlungsgenuss findet häufig Eingang in Wasserhaushaltsberechnungen. BÖHNER, J., & ANTONIC, O. (2009). Land-Surface Parameters Specific to Topo-Climatology. In T. Hengl, & H. I. Reuter (Eds.), Geomorphometry: Concepts, Software, Applications (pp. 195-226). Elsevier Science.

  • Das DGM10 repräsentiert die Geländeoberfläche in Meter über NHN der festen Landoberfläche und somit das Relief der Erde durch Höhenpunkte, die als regelmäßiges Gitter mit einer Rasterweite von 10m angeordnet sind. In Niedersachsen ist das sDGM10 ohne anthropogene Reliefformen des LBEG dargestellt. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen werden die DGM1-Höhendaten der jeweiligen Landesvermessungsämter im 10m Raster verwendet. In der Nord- und der Ostsee werden durch das LBEG aufbereitete Höhendaten (Bathymetrie) des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) von 2025 verwendet. Da die Quelle ein 50 m Raster aufweist, wird der Layer resampled auf 10 m.

  • Der Massenbilanzindex beruht auf den Reliefparametern Einzugsgebietsgröße, Hangneigung und Hanglänge (in Anlehnung des LS-Faktors der USLE) und beschreibt mit fließenden Übergängen ein relatives Potenzial des Reliefs zur Erosion und zur Akkumulation von Bodenmaterial. Parameter des Bodens, des Klimas oder der Landbedeckung bleiben dabei unberücksichtigt. In stärker geneigten Hangbereichen mit potenziellem Abtrag ist dabei ein positiver, in Tiefenlagen wie Senken, Talauen und am Hangfuß mit potenziellem Auftrag ein negativer Index zu erwarten. An weniger geneigten Mittelhängen und auf Ebenen, in denen die Nettobilanz des Sediments zwischen Akkumulation und Erosion ausgewogen ist, liegt der Index um Null. Der Kennwert kann herangezogen werden, um potentielle Erosions- und Akkumulationsgebiete abzugrenzen und ist folglich gut für die Vorhersage von erosionsgefährdeten Bereichen sowie der Kartierung von Geologie und Boden geeignet. Friedrich, K. (1996): Digitale Reliefgliederungsverfahren zur Ableitung bodenkundlich relevanter Flächeneinheiten. Frankfurter Geowissenschaftliche Arbeiten D 21, Frankfurt/M. online. Friedrich, K. (1998): Multivariate distance methods for geomorphographic relief classification. In: Heinecke, H., Eckelmann, W., Thomasson, A., Jones, J., Montanarella, L., Buckley, B. (eds.): Land Inforamtion Systems - Developments for planning the sustainable use of land resources. European Soil Bureau - Research Report 4, EUR 17729 EN, Office for oficial publications of the European Communities, Ispra, pp. 259-266. online. Böhner, J. & Selige, T. (2006): Spatial Prediction of Soil Attributes Using Terrain Analysis and Climate Regionalisation. In: Boehner, J., McCloy, K.R., Strobl, J.: 'SAGA - Analysis and Modelling Applications', Goettinger Geographische Abhandlungen, Vol.115, p.13-27 Moeller, M., Volk, M., Friedrich, K., Lymburner, L. (2008): Placing soil-genesis and transport processes into a landscape context: A multiscale terrain-analysis approach. Journal of Plant Nutrition and Soil Science, 171, pp. 419-430, DOI: 10.1002/jpln.200625039.

  • Die Hangneigung (Inklination) beschreibt den Winkel zwischen Geländeoberfläche und der ebenen Horizontalen in Prozent. Die Berechnung geht auf Zevenbergen und Thorne (1987) zurück. Der lokale Reliefparameter beeinflusst direkt viele geoökologische Prozesse (z.B. solare Einstrahlung, Abfluss, Erosion) und ist häufig Eingangsparameter für die Berechnung komplexerer Reliefparameter. Damit ist die Hangneigung als Standardparameter nützlich für diverse Anwendungsfelder wie z.B. Bodenkartierung, Landschaftsplanung, Modellierung und viele weitere. ZEVENBERGEN, L. W. & THORNE, C. R. (1987): Quantitative analysis of land surface topography. In: Earth Surface Process and Landforms, 12, S. 47-56.

  • Die Geomorphographische Karte stellt eine rein morphometrische Segmentierung des Reliefs in Form von Reliefeinheiten dar. Bei der Ableitung finden viele, z.T. sehr komplex zu berechnende Reliefparameter Eingang. Im Ergebnis werden in Anlehnung an die 5. Auflage der bodenkundlichen Kartieranleitung (Ad hoc AG Boden 2005) 6 Hauptklassen (Scheitelbereiche, Hänge, Konvergenz- und Divergenzbereiche, Verebnungen und Senkenbereiche) ausgewiesen, die jeweils nochmals untersetzt werden. Diese Feingliederung ermöglicht es innerhalb der Senkenbereiche kleinere Gerinne und Hochlagen abzugrenzen, Hänge mit unterschiedlichen prozesssteuernden Hangneigungen sowie Kulminationsbereiche in Hochlagen räumlich zu identifizieren und abzugrenzen. Die Geomorphographische Karte veranschaulicht die landschaftliche Gliederung eines Raumes und lässt Rückschlüsse auf das prozessuale Geschehen im Landschaftsraum zu. Sie ist damit eine wertvolle Grundlage zum Verständnis der Landschaftsgenese sowie für die Kartierung von Geologie und Boden. Scilands GmbH (2021): Dokumentation zur Reliefanalyse in Niedersachsen auf der Basis digitaler Höhenmodelle. – Erstellt im Auftrag des LBEG; Göttingen [Unveröff.].

  • Der dimensionslose Scheitelbereichsindex geht aus der Kombination der Reliefparameter relative Hangposition und Hangneigung hervor und dient vorrangig der Ermittlung von Scheitellagen, Rücken und Kuppen im Relief (hoher Index). Ferner werden hängige Bereiche bzw. Verflachungen in Zwischenpositionen (z.B. in glazialen Terrassen oder Geestplatten) erkennbar (mittlerer Index) und Talböden sowie steile Hänge in tiefen Positionen zu identifizierbar (mittlerer bis niedriger, bzw. sehr niedriger Index). Mit dem Scheitelbereichsindex liegt eine Ableitung vor, die insbesondere Hangunstetigkeiten im Relief segmentiert und damit als Grundlage für bodenkundlich-/geologische Kartierung oder andere geowissenschaftliche Anwendungen von Nutzen ist. BOCK, M., BÖHNER, J., CONRAD, O., KÖTHE, R. & RINGELER, A. (2007): Methods for creating Functional Soil Databases and applying Digital Soil Mapping with SAGA GIS