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  • Die Hangneigung (Inklination) beschreibt den Winkel zwischen Geländeoberfläche und der ebenen Horizontalen in Prozent. Die Berechnung geht auf Zevenbergen und Thorne (1987) zurück. Der lokale Reliefparameter beeinflusst direkt viele geoökologische Prozesse (z.B. solare Einstrahlung, Abfluss, Erosion) und ist häufig Eingangsparameter für die Berechnung komplexerer Reliefparameter. Damit ist die Hangneigung als Standardparameter nützlich für diverse Anwendungsfelder wie z.B. Bodenkartierung, Landschaftsplanung, Modellierung und viele weitere. ZEVENBERGEN, L. W. & THORNE, C. R. (1987): Quantitative analysis of land surface topography. In: Earth Surface Process and Landforms, 12, S. 47-56.

  • Der dimensionslose Bodenfeuchte-Index (BFI) wird aus dem komplexen Reliefparameter Einzugsgebietsgröße und dem lokalen Reliefparameter Hangneigung abgeleitet und gibt reliefbedingte, potentielle Feuchteverhältnisse des Bodens wieder. Dabei beschreibt die Einzugsgebietsgröße an jeder Rasterzelle die potenziell reliefbedingt zur Verfügung stehende Wassermenge, während die Hangneigung das Potenzial der Fließgeschwindigkeit zum Weitertransport und der Verweildauer bestimmt. Weitere Details zum Verfahren finden sich bei BÖHNER & KÖTHE (2003). Für eine verbesserte räumliche Differenzierung wurde der BFI dahingehend modifiziert, dass die Hangneigung mit dem Faktor 2 (Standard: 1) gewichtet wurde. Hierdurch gelingt es, insbesondere in Niedersachsen weit verbreitete tief liegende, gering geneigte, grundwassernahe Gebiete deutlich differenzierter hervortreten zu lassen, während stärker geneigte Bereiche wie etwa im Bergland in der Ausprägung dagegen einheitlicher erscheinen. Der Bodenfeuchte-Index ist damit insbesondere im Tiefland gut für die räumliche Ausschärfung von Niederungsbereichen und die Erstellung bodenkundlicher Konzeptkarten geeignet. Böhner, J. & Köthe, R. (2003): Bodenregionalisierung und Prozessmodellierung: Instrumente für den Bodenschutz. – Peterm. Geogr. Mitt., 147, 2003/3: 72-82; Gotha. Böhner, J. & Selige, T. (2006): Spatial Prediction of Soil Attributes Using Terrain Analysis and Climate Regionalisation. In: Boehner, J., McCloy, K.R., Strobl, J. (2006): 'SAGA - Analysis and Modelling Applications', Goettinger Geographische Abhandlungen, Vol.115, p.13-27.

  • Der Reliefklassifikationsindex (Terrain Classification Index for Lowlands, TCIlow) ist ein dimensionsloser auf 0-2 normierter Index, der auf Grundlage des Reliefparameters Höhe über Tiefenlinie und dem Bodenfeuchte-Index abgeleitet wird. Er überhöht lokal geringste Höhendifferenzen, insbesondere in Tiefenbereichen und stellt eine Fülle von Reliefdetails heraus. Auch bei wenig ausgeprägten Reliefunterschieden innerhalb von Tieflagen werden hierin befindliche Gerinne und flache Senken erkennbar. Der TCILow ist im Tiefland einerseits sehr gut für die Segmentierung der Landschaft (z.B. flache und kuppige Geestplatten, Urstromtäler, Flugsanddecken und- Dühnen, flach liegende Marschen), andererseits für die Differenzierung lokaler Höhenunterschiede und relative Lage zum Grundwasser (z.B. Abgrenzung äolische/fluviatile Sedimente und Talungen, Abtorfungs- und Eschkanten) geeignet. Im stärker reliefierten Bergland hingegen ist die Ausprägung des Index weniger differenziert und daher weniger gut für Auswertungen verwendbar. BOCK, M., BÖHNER, J., CONRAD, O., KÖTHE, R. & RINGELER, A. (2007): Methods for creating Functional Soil Databases and applying Digital Soil Mapping with SAGA GIS. Scilands GmbH (2009): Kurzdokumentation morphometrischer Reliefparameter – Erstellt im Auftrag des LBEG; Göttingen [Unveröff.].

  • Der Solifluktionsindex wurde entwickelt, um Areale mit bevorzugter Akkumulation solifluidaler Ablagerungen (potenzielle Fließerden) zu prognostizieren. Die Berechnung erfolgt nach dem Verfahren von BÖHNER & SELIGE (2006). Die relative Hangposition wird dabei mit einem Faktor kombiniert, der sich aus spezifischer Einzugsgebietsgröße und gewichteter Einzugsgebietsneigung berechnet. Die daraus hervorgehende relative Hangposition ist eng mit der Mächtigkeit der periglazialen Solifluktionsdecken korreliert. Mit dem Solifluktionsindex liegt eine Ableitung vor, die der bodenkundlich-/geologischen Kartierung oder anderen geowissenschaftlichen Anwendungen dienlich ist. BOEHNER, J. & SELIGE, T. (2006): Spatial Prediction of Soil Attributes Using Terrain Analysis and Climate Regionalisation. In: Boehner, J., McCloy, K.R., Strobl, J. (2006): 'SAGA - Analysis and Modelling Applications', Goettinger Geographische Abhandlungen, Vol.115, p.13-27.

  • Die Einzugsgebietsgröße (Flow Accumulation oder Catchment area) beschreibt für jede Rasterzelle die Summe, der reliefbedingt potenziell Wasser zuführenden Fläche (oberirdisches Einzugsgebiet) in Hektar. Die Berechnung der Abflusswege erfolgt unter Verwendung des Multiple-Flow-Direction-Algorithmus nach FREEMAN (1991). Neben der Funktion als Eingangsparameter für weitere Reliefauswertungen ist die Einzugsgebietsgröße für die Segmentierung potenzieller regionaler und lokaler Sedimentumlagerungsprozesse von Bedeutung. So stellt die Einzugsgebietsgröße eine Möglichkeit dar, Ablagerungen eher fluvial geprägter Täler (z. B. Auen) von kolluvialen (Abschwemmmassen) zu trennen. In der hier vorliegenden Darstellung sind Einzugsgebiete erst ab einer Mindestgröße von = 40 ha abgebildet (Tiefenlinien). FREEMAN, T.G. (1991): Calculating catchment area with divergent flow based on a regular grid. -Computers and Geoscience, Bd. 17, 3: 413-422. Böhner, J. & Selige, T. (2006): Spatial Prediction of Soil Attributes Using Terrain Analysis and Climate Regionalisation. In: Boehner, J., McCloy, K.R., Strobl, J.: 'SAGA - Analysis and Modelling Applications', Goettinger Geographische Abhandlungen, Vol.115, p.13-27.